Kleinere Götter

Kleinere Götter

Neben den zwölf olympiscchen Göttern gab es noch andere, kleinere Götter, die aber genauso verehrt wurden. Der Unterschied ist jener, dass die kleineren Götter ihren Sitz nicht auf dem Olymp hatten. Manchmal waren sie auch Kinder eines Gottes und einer Sterblichen, wie Asklepios. Der Kult dieser Götter ist vor allem deswegen interessant, weil er häufig mit einer Lebensweise, einer Kulthandlung und der Kultur jener Zeit identisch ist.

Helios, der Gott des Lichts

Helios war der älteste der olympischen Götter. Er war der Sohn von den Titanen Hyperion und Theia und er stammte von Uranos und Gaia ab. Gelios hatte zwei Geschwister: Eros und Okeanos. Viele seiner Kinder wurden auch berühmt: Kirke, Aietes, Pasiphae und Perses.

Man stellte sich Helios als schönen Mann mit goldenen Haaren vor und unvorstellbar schnelle Pferde sollen den Feuerwagen gezogen haben, den er über den Himmel gelenkt haben soll. Unter tags fährt er seinen Wagen jedoch auf der Erde und über die Ozeane. So bekam er sehr viel mit und wurde oft Zeug von guten und bösen Taten (in der Sage).

Dionysos, der Gott des Weines und des Rauches

Die Eltern von Dionysos waren Zeus und Semele, doch Hera blieb diese Beziehung nicht verborgen und war eifersüchtig. Schließlich verlangte Hera einen Gunstbeweis, auf den Semele auch einging und Zeus schleuderte einen Blitz. Sofort begann der Palast zu brennen und Semele starb. Vielleicht starb sie, weil sie vom Blitz getroffen wurde, vielleicht aber auch aus Angst.

Als Semele starb, trug sie noch immer Zeus` ungeborenes Kind in sich, er nahm das Kind an sich, schlitzte sich einen Schenkel auf und gab das Ungeborene hinein. Kurz vor der Geburt schnitt er den Schenkel wieder auf und Dionysos erwachte zum Leben. Er wurde auch Feuergeborener, Schenkelgenährter und Zweimalgeborener genannt. Die Verfolgung Heras blieb aber weiterhin. Sie bemerkte dass Zeus das Kind der Schwester von Semele gab. Zeus nahm ihn deshalb wieder an sich, verwandelte ihn in eine Ziege und gab ihn Hermes, der ihn nach Asien brachte, dass er friedlich aufwachsen konnte. Doch es brachte nicht viel, weil Hera ihn immer weiter verfolgte.

Dionysos ist der Gott des Weines, der Vegetation und der Fruchtbarkeit des Weinstocks. Noch heute ist der Glaube erhalten, dass ,wenn man einen Wein von Dionysos trinkt, man allem Herkömmlichen entfliehen kann, aber auch als Kultlied war er bekannt.

Asklepios, Gott der Heilkunst

Asklepios war sowohl ein Heros, als auch der Gott der Heilkunst. Er war der Sohn von Apollo und Koronis oder Arsinoe, und wurde wie alle Männer in seiner Zeit von den Kreaturen Chiron erzogen. Dieses weise Wesen lehrte in die Heilkunst, in der er auch gewaltig aufstieg. Man erzählte sich auch, dass er die Fähigkeit besaß Tote wieder zum Leben zu erwecken. Zeus befürchtete jedoch, dass die Gabe Menschen wieder zu erwecken, die Weltordnung zerstören würde und schleuderte deshalb einen Blitz nach ihm, so, dass er getötet wurde.

Er hatte mit seiner Frau Epione zwei Söhne, Podaleirios und Machaon, die beide Ärzte wurden. Außer ihnen hatten sie noch fünf Töchter: Akeso, Iaso, Panakeia, Aigle und Hygieia. Nach dem Tode wurde Asklepios in das Sternbild des Schlangenträgers verwandelt. Hygieia ist die wichtigste Tochter des Asklepios, denn sie ist eine sehr große Persönlichkeit in der Medizin. Von ihr stammte auch der brühmte Hippokrates. Sie wird deshalb nie erwähnt, weil man sie gemeinsam mit ihrem Vater verehrte.

Iris, die Botin der Götter

Iris war die Tochter von Thaumantas und Elektra. Sie wird als Regenbogen dargestellt und ist ein Symbol der Verbindung zum Himmel (Uranos) und der Erde (Gaia). Sie war eine beflügelte Göttin, und überbrachte den Göttern, genauso wie Hermes Botschaften und Befehle.

Priapos, der Gott der Fruchtbarkeit

Die Gestalt des Priapos ist der des Pan gleich. Auch seine Herkunft ist nicht bekannt, hier gibt es verschiedene Überlieferungen. Er soll die Stadt Lampsakos gegründet haben. Priapos wurde der Gott der Fruchtbarkeit, der Pflanzenwelt und der sexuellen Begierde.

Sein Kennzeichen war sein übergroßes Geschlechtorgan, das zur Fortpflanzung und zur Strafe diente. Damit setzte er sch gegenüber allen durch, die er überwachte und schützte. Andererseits war er ein Sternbild und eine Verkörperung des männlichen Gliedes als Träger des Lebens und der Schöpfung.

Eros, der Sohn von Aphrodite

Eros wurde als nackter Junge mit goldenen Flügeln, lockigem Haar und seinem Bogen dargestellt. Zuerst war er nur der Sohn von Aphrodite und Ares, der auf die Herzen der Menschen und Götter zielte. Später wurde er von Dichtern, Bildhauern und Malern gerühmt. Er wurde für den schönsten Gott überhaupt gehalten, weil er in den Menschen die schönsten Gefühle weckte und Verliebten half sich zu finden. Seit ältester Zeit milderte dieser Gott selbst die härtesten menschlichen Charaktere, machte das Leben schöner und gab ihm einen Sinn.

Themis, Göttin der Gerechtigkeit

Diese Göttin sorgte bei den Menschen und Göttern für die moralische Ordnung. So schützte die Schwachen und jene, denen Unrecht getan wurde. Auch besaß sie die Gabe der Wahrsagerei und das Orakel in Delphi war ihr Eigentum, bevor sie es Apollo überließ, den sie in der Wahrsagekunst unterwies. Ihre Eltern waren Uranos und Gaia und damit die Schwester von Kronos, Rhea, Mnemosyne, Okeanos und den anderen Titanen.

Pan, der Gott der Wälder und des Hirtenlebens

Dieser Gott beschützte die Hirten und die Herden. Er wurde schon in ältester Zeit als halber Mann und halber Ziegenbock dargestellt, mit faltigem Gesicht, Spitzbart und Hörnern. Ausgelassen lief er durch die Länder, durch kühle Quellen und schattige Wälder. Triebhaftig suchte er ständig nach Nymphen oder schönen Jünglingen, er hütete seine Herden und spielte auf der Rohrflöte, die er selber erfunden hatte.

Seine Abstimmung ist nicht geklärt. Man hielt ihn für einen Sohn von Kronos und Rhea oder Hermes. Man spekulierte aber auch, dass seine Mutter vielleicht eine Nymphe war, und über ihr monströs aussehendes Kind erschrak und es verließ. Schließlich fand Hermes den kleinen Pan, wickelte ihn in Hasenfell und bracht ihn auf den Olymp. Diese akzeptierten den kleinen Gott und besonders Dionysos liebt ihn und nahm ihn in seinem Kreis auf.

Er verliebte sich oft in Nymphen, die seine Liebe allerdings nicht immer erwiderten, also verwandelte er sich, am meisten in einen Baum oder in ein Schaf, um so an die Nymphe heran zu kommen. Sein größter Erfolg war, dass er eine Beziehung zu Selene hatte, die er als Schaf täuschte.

Die Horen

Ursprünglich galten die Horen als Gottheiten der Jahreszeiten, später als jene der Stunden des Tages. Ihre Eltern waren Zeus und Themis und ihre Namen bedeuteten die jeweilige Eigenschaft: Eunomia (Gesetzlichkeit), Dike (Gerechtigkeit) und Eirene (Frieden).

Nemesis

Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet Nemesis “strafende oder vergeltende Gerechtigkeit”. Seinen Ursprung hat der Begriff in der griechischen Mythologie.

Sie war eine Tochter der Nyx (“Nacht”) und des Okeanos oder Erebos und die Schwester von Eris, Hypnos, Ker, Momos und Thanatos. Ihre Begleiterin ist die Göttin Aidos (“Scham”).

Zeus vereinigte sich mit Nemesis in der Gestalt eines Schwans, nachdem sie zunächst aus Scham und gerechtem Zorn vor seinen Nachstellungen geflüchtet war. Auf ihrer Flucht über das Meer verwandelte sie sich schließlich in einen Fisch, am Rand der Erde angelangt schließlich in eine Ente oder Gans, mit der Zeus nun als Schwan Helena zeugte, um derentwillen schließlich der Trojanische Krieg geführt wurde.

In einer anderen Version der Geschichte spielt Aphrodite die Nemesis Zeus zu, indem sie sich als Adler auf den Schwan stürzt, der sich nun in den Schoß der Nemesis „flüchten“ kann. In beiden Erzählungen wird das Ei zu Leda gebracht, die Helena aufzieht – wenn sie nicht selbst die Mutter Helenas ist.

Bei Aischylos – „Der gefesselte Prometheus“ – heißt Nemesis auch Adrasteia („die Unentfliehbare“), in Ovids Metamorphosen – nach ihrem Heiligtum mit dem berühmten Kultbild in Rhamnus – Rhamnusia, die den Narkissos bestraft, weil dieser die Nymphe Echo und andere durch seine Unerbittlichkeit zugrunde gerichtet hat.

Nemesis bestraft vor allem die menschliche Selbstüberschätzung (siehe auch Hybris) und die Missachtung von Themis, der griechischen Göttin des Rechts und der Sittlichkeit.

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